12. November 2009
1 Kommentar
Verkauf Jugend- und Schullandheim Pelzerhaken: Landkreis fehlen drei Millionen Euro
Der Verkauf des kreiseigenen Jugend- und Schullandheimes Pelzerhaken ist noch nicht abgeschlossen. Das teilt die SPD-Fraktion im Göttinger Kreistag mit. Nun fehlen die vom Landkreis im Haushalt 2009 veranschlagten Einnahmen von drei Millionen Euro. „Das ist ein Riesenflop“, sagt Jörg Wieland, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Göttinger Kreistag.
„Die Illusion des Landrates, es sei gut, das Schullandheim an einen fremden Investor zu veräußern, sind damit wohl vorerst zerplatzt.“
Der Kreistag hatte 2008 gegen die Stimmen der SPD die Veräußerung des Schullandheims beschlossen. Dafür steht im Haushalt für 2009 eine Einnahme in Höhe von drei Millionen Euro, die bisher nicht realisiert werden konnte. Wieland rechnet nicht damit, dass in 2009 das Schullandheim noch verkauft wird.
Die SPD-Fraktion nimmt sogar an, dass aufgrund der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise der Kauf auch bis 2011 nicht abgeschlossen sei. „Dann haben aber der neu gewählte Kreistag und Landrat mit dem Problem zu kämpfen. Der scheidende Landrat agiert also nach dem Motto ‚nach mir die Sintflut’ “.
Wieland bedauert es sehr, dass damals nicht ein regionaler Investor zum Zug gekommen sei, der mit dem Förderverein zum Erhalt des Schullandheims kooperiert hätte. „Diese politische Entscheidung, bei dem Sachfragen in den Hintergrund getreten sind, fällt nun denen, die sie beschlossen haben, auf die Füße. Wenn der gefundene Investor bis 2011 ganz abspringt, hat der Landkreis an der Ostsee eine teure Bauruine in bester Lage“, so Wieland. „Das wäre ein riesiger Skandal, genauso wie der Verkaufsbeschluss ein riesiger Skandal war.“
Besorgt äußerte sich auch der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Gerhard Nolte. Durch die fehlenden Einnahmen müsse der Landkreis wohl für 2009 neue Kredite in Höhe von drei Millionen Euro aufnehmen. Die damit verbundenen Zinsen schmälern, laut Nolte, im Ergebnis den Verkaufserlös um „eine sechsstellige Summe“. Wenn ein Verkauf erst 2011 stattfinde, schätze er die Zinskosten auf rund 200.000 Euro. Nolte fordert daher, einen Nachtragshaushalt für das Jahr 2009 zu verabschieden. So könne auch das Problem des Nichtverkaufes transparent diskutiert werden. Die Öffentlichkeit habe ein Recht darauf, von diesem Problem zu erfahren. Immerhin werde dies für die Steuerzahler teuer.
Hintergründe zum Thema Jugend- und Schullandheim Pelzerhaken
1 Kommentar zu Pelzerhaken noch immer nicht verkauft
Carsten aus München
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am 13. Februar 2011 um 23:40 Uhr
Ich bin ein ehemaliger Göttinger und verfolge seit langem das Theater um das Schullandheim in Pelzerhaken.
Ich war früher in der Göttinger Vereinsszene ( ASC ) sehr aktiv und habe mindestens 1 mal pro Jahr eine Kinderfreizeit in Pelzerhaken verbracht.
Entsätzlich finde ich es, wie mit diesem ( zugegeben in die Jahre gekommenden ) Juwel umgegangen wird.
Seit Jahren ist es geschlossen. Für mich unbegreiflich.
Die Investitionskosten sind doch komplett lächerlich.
Dem Landkreis scheint nicht bewußt zu sein, daß in Pelzerhaken auch eine tolle Jugendarbeit geleistet wurde.
Jeder investierte Euro macht sich im Landkreis und der Stadt Göttingen bezahlt.
Genau unter dem Aspekt ist es vollkommen unverständlich, daß augenscheinlich lokale Investoren, die den Fortbestand gesichert hätten mit dem Förderverein nicht zum Zuge kommen.
Ihnen scheint auch nicht klar zu sein, daß ein dahingammelndes Haus Sie nur Geld kostet.
Meiner Meinung nach ist das Schullandheim in Pelzerhaken nie ernsthaft vermarktet worden.
Wenn man alleine betrachtet, welchen Zulauf das Haus alleine aus dem Landkreis und der Stadt hatte wäre es mit einer bundesweiten Vermarktung locker gefüllt werden können - besonderst zu den Preisen, die berechnet wurden.
Viele Kommunen haben sicher nicht einmal gewußt, daß es dort überhaupt so etwas gibt.
Ein angestaubter Bürokratiekomplex verhinderte das aber. Aus eigenen Erfahrungen weiß ich, wie schlecht man überhaupt an eine Übernachtung gekommen ist, wenn man nicht mit einer Gruppe anreisen wollte.
Da brauchte man gute Verbindungen zu Frau Schachtebeck, damit ausnahmsweise was ging. Komplett rückschrittlich und der eigentliche Todesstoß des Heimes.
Wann kommen die verantwortlichen endlich zur Besinnung, daß Pelzerhaken sehr wohl erhaltenwürdig ist?
Es gibt doch nur einen Grund für den Verkauf. Sie wollen Finanzlöcher stopfen - um die 3 Millionen geht es - sonst nichts.
Schon mal überlegt, was Sie nun mehr in die Jugendarbeit stecken? Vermutlich nicht.
Ich fordere Sie auf, zu Pelzerhaken zu stehen.
Geben Sie den Investoren und Förderverein eine Chance - verkaufen kann man immer noch.
Ich bin gerne der Erste Gast, der mit meiner Familie das Haus besucht.
Mit der Umkehr und Wiedereröffnung könnte die SPD auch zeigen, daß sozial nicht nur im Namen steht.
Carsten aus München
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